Ostsee-Dünen: Lontzkedüne bei Leba, Polen

Ein sandiges Vergnügen: Wüsten-Feeling auf den größten Ostsee-Dünen

Wozu in die Wüste reisen. Berge aus feinstem Sand gibt es auch an der Ostsee. Die höchsten Dünen erheben sich bis zu 50 Meter über dem Meer. Vorteil der Ostsee-Dünen: Den Strand gibt es gleich dazu. Und Kamele sind überflüssig.

Polnische Sahara

Lontzkedüne bei Leba, Polen

Sandmeer: Die Lontzkedüne bei Leba, Polen

An der polnischen Ostseeküste bei Leba hat man dieses Sandmeer daher gleich „Polnische Sahara“ getauft. Auf einer Fläche von 500 Hektar türmt sich der weiße Sand zwischen dem Lebasee und der Ostsee wie Puderzucker bis zu 40 Meter hoch auf. Die Lontzkedüne ist 1300 Meter lang und bewegt sich circa zwölf Meter pro Jahr nach Osten. Sie ist Teil des Slowinzischen Nationalparks. Deshalb darf man nur die freigegebenen Flächen betreten. Doch die sind groß und hoch genug, um seinen Spaß zu haben. Vor allem für Kinder ist eine Riesenfreude, den Hang der Düne hinunterzukullern. Im Sommer unbedingt Badesachen mitnehmen. Der Strand zu Füßen der Düne ist breit, man hat endlos viel Platz und kann sich in den Fluten der Ostsee erfrischen.

Will man die Polnische Sahara besuchen, so kann man von Leba aus mit dem Auto in östlicher Richtung bis zum Besucherzentrum des Nationalparks fahren. Von dort führt ein acht Kilometer langer Rad- und Fußweg zur Düne. Man kann aber auch mit einem der kleinen Elektrobusse fahren. Der Besuch ist gebührenpflichtig. Alternativ kann man die große Wanderdüne von der Westseite besuchen. Man sollte allerdings gut zu Fuß sein. Der Weg entlang der Ostsee beträgt 16 Kilometer.

Rabjerg Mile

Blick von Rabjerk Mile.

Blick von Rabjerk Mile.

Wüsten-Feeling kommt auch in Dänemark auf. Die Rabjerg Mile im Norden Jütlands liegt zwar nicht direkt an der Ostsee, ist aber auf dem besten Weg dahin. Die Düne entstand wohl im 16. Jahrhundert an der dänischen Nordseeküste, wuchs infolge eines niedrigeren Wasserstandes sowie der Rodung der Wälder und machte sich vom Westwind angetrieben auf den Weg Richtung Ostseeküste. Dort wird sie voraussichtlich um das Jahr 2160 ankommen und anschließend im Kattegat verschwinden. Unterwegs wird sie die Straße und die Bahntrasse nach Skagen unter sich begraben.

Auch die Rabjerg Mile ist ein Naturschutzgebiet. Eintritt muss man hier aber nicht bezahlen. Wie die Lontzkedüne in Polen ist sie bis zu 40 Meter hoch. Von ihren höchsten Punkten sieht man sowohl die Nordsee, als auch die Ostsee. Wenige Kilometer nördlich bei Grenen, treffen beide Meere zusammen. Und auch wenn der Strand hier nicht zu Füßen der Düne liegt, weit ist es auf der schmalen Landzunge Skagens nicht zur nächsten Badestelle. Etwas weiter südwestlich befindet sich mit Rubjerg Knude eine weitere große Wanderdüne direkt an der Nordsee. Ihre Spitze ragt sogar 70 Meter über dem Meeresspiegel auf.  50 Meter davon gehören aber der unter der Düne vergrabenen Steilküste.

Die Parnidis-Düne

Die Hohe Düne bei Nida auf der Kuhrischen Nehrung.

Die Parnidis-Düne bei Nida auf der Kuhrischen Nehrung.

Die Königin der Ostsee-Dünen ist jedoch die Parnidis-Düne auf der Kuhrischen Nehrung in Litauen. Über 50 Meter hoch ragt ihr Kamm bei Nida über das baltische Meer und das Kuhrische Haff. Einst war sie noch höher. Doch Erosion und unerlaubtes Klettern an ihren Hängen sorgten für ein Abrutschen des Sandes. Dennoch ist sie nach der Dune du Pilat in Frankreich die zweithöchste Düne Europas.

In Litauen ist es der Nordwind, der den Ostseesand auftürmt und die Flanken der Düne ins Haff und Richtung russischen Teil der Nehrung weht. Thomas Mann, der in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrunderts häufiger Gast in Nida war, schrieb: „Kennen Sie die Dünen von List auf Sylt? Man muss sie sich verfünffacht denken.“ Die Hohe Düne, so der deutsche Name, ist Teil des Nationalparks Kuhrische Nehrung. Heute ist sie nur noch auf ausgeschilderten und zum Teil mit mit Holzbohlen befestigten Wegen zu erkunden. Ihre Spitze krönt seit 1995 eine 13,8 m hohe Steinsäule mit einer Sonnenuhr.

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Autor: Lars Schmidt

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