Skinny Puppy

SKINNY PUPPY – Mythmaker

Da ist den Herren Ogre und Key ja mal wieder ein nettes Album gelungen. Es stellt sich nur die Frage, ob die Welt wirklich ein „nettes“ Skinny Puppy-Album braucht. Denn immerhin zählten die Kanadier in den achtziger Jahren zu den Vorreitern einer düster-innovativen Electro-Szene, die alte Hörgewohnheiten mit einer Mischung aus Gänsehaut verursachenden Melodien und fiesen, lärmigen Terror-Attacken gekonnt in die Tonne traten.

Damit scheint seit der Reunion Anfang des neuen Jahrtausends aber Schluss zu sein. Stücke wie „politikiL“ oder „lestiduZ“ lassen zwar – auch bedingt durch den Einsatz analoger Synthies und den so entstandenen Retro-Sound – durchaus Reminiszensen an frühere SP-Klassiker wie „Tormentor“ oder „Assimilate“ aufkommen. Insgesamt ist die Qualität von „Mythmaker“ aber sehr durchwachsen.

Opulenter Breitwand-Bombast

Wenn man es gut mit Skinny Puppy meint, könnte man auch davon reden, dass das Album vielfältig und abwechslungsreich sei. Ob es deshalb aber unbedingt nötig ist, opulenten Breitwand-Bombast wie „magnifishit“ und vor allem die Ballade „jaHer“ mit ihrem entspannt vor sich hin wabernden Akkustik-Gitarren-Loop an den Mann zu bringen, ist fraglich.

Wohl gemerkt: „Mythmaker“ ist mit Sicherheit keine schlechte Platte und dürfte die Hardcore-Skinny Puppy-Fans auch zufrieden stellen. Aber es fehlen eben einfach die Reibungspunkte. Die besten Alben der Band musste man sich erarbeiten – fand sie erst nach mehrmaligem Hören richtig gut, um sie dann nur noch mit Gewalt wieder aus dem Ohr entfernen zu können. „Mythmaker“ ist schon nach dem ersten Durchlauf gefällig im Gehörgang angekommen und leider auch wieder relativ schnell daraus verschwunden. Mythen klingen da irgendwie anders…

Künstlerwebseite
Label: Synthetic Symphony/SPV
VÖ: 26.01.2007

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Autor: Marc Thomé

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