PROJECT PITCHFORK – Kaskade

Wenn man zu den tonangebenden Bands einer Szene, ja eines Genres gehört, macht das die Arbeit an einem neuen Album nicht gerade leichter. Dieser Eindruck entsteht, hört man das neue Werk von Project Pitchfork. Denn „Kaskade“ wirft die Frage nach dem „ Wo kommen wir her und wo wollen wir hin“ auf. Besinnt man sich auf seine Stärken, also auf das Gewohnte, oder setzt man neue Trends? Eine eindeutige Antwort darauf bleiben die Urgesteine der deutsch-alternativen Electro-Musik schuldig. Dabei beginnt „Kaskade“ in klassischer Pitchfork-Manier. Sphärische Synthieflächen, filigrane Electronics, groovende Drums, dezente Gitarren. In bewährter Qualität erklingen typische Electro-Hymnen, die sich trotz hitverdächtiger Melodien vom Einerlei anderer Produktionen abheben und von Song zu Song bis zur Nummer fünf, „Fleischverstärker“, sogar steigern. Mit den zwei folgenden Titeln wird dieses Niveau gehalten, bevor „A.Dream“ dank eines fragwürdigen Rock’n’Roll-Experiments einen herben Bruch darstellt. Danach schwankt das Album zwischen ruhigeren und schnelleren Liedern, von denen aber keines für sich den Anspruch eines Hitanwärters behaupten kann. Auch „Schall und Rauch“, die Clubsingle des Albums, sticht lediglich durch seinen deutschen Text hervor. Am Ende bleibt dann leider nur eine weitere Frage: „War’s das jetzt?“. Denn „Kaskade“ fehlt das Einzigartige und Besondere, das die vorangegangenen Veröffentlichungen der Band ausgemacht hat. Project Pitchfork sind anno 2005 dadurch nicht schlechter als in vergangenen Jahren. Sie lassen allerdings das vermissen, was sie sonst auszeichnete: Vorreiter zu sein, neue Trends zu setzen, andere zu beeinflussen.

Label: Candyland/SPV
VÖ: 30.05.2005

Autor: Lars Schmidt

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