Qntal VIII

Qntal „VIII – Nachtblume“: Die Traumfänger sind zurück

Die Melodien, die Stimme, die Instrumente, das Gesamtkunstwerk. Qntal haben mit „VIII – Nachtblume“ ein neues Album am Start und untermauern eindrucksvoll ihren Ausnahmestatus in der deutschen Musiklandschaft. Wobei ich beim ersten Hören so meine Schwierigkeiten mit dem Werk hatte.

Die Musik von Mittelalter und Moderne derart zu kombinieren, wie Qntal es machen, ist einzigartig. Was 1991 mit einem eher experimentellen Ansatz begann, wandelte sich im Laufe der Jahre immer mehr in Richtung Pop. Ohne aber dabei in Belanglosigkeit abzudriften.

Genau diese Befürchtung beschlich mich jedoch, als ich mir „Nachtblume“ zum ersten Mal flüchtig anhörte. Sehr elektronisch, sehr tanzbar, sehr massenkompatibel, wenig mittelalterlich – das war mein Eindruck. Doch ich lag falsch. Ein Qntal-Album flüchtig hören, funktioniert eben nicht. Man muss sich Zeit nehmen, um in den vielschichtigen Sound und damit in die märchenhafte Welt der Band einzutauchen. Dann wird man plötzlich von einer Klangwelle erfasst und mit auf die Reise genommen.

Qntal haben für jede Gefühlslage etwas im Notenständer

Und diese Reise führt von der Gegenwart mit ihren Synthezisern zurück bis ins Mittelalter mit der „Carmina Burana“ und seinen Minneliedern. Dabei vertonen Qntal längst auch die Jahrhunderte dazwischen. Diesmal sind zwei Werke des Romantikers Joseph von Eichendorffs zu Liedern geworden. Der Titelsong und „Die finstere Nacht“. Letzterer basiert auf dem Gedicht „Nachtbilder“. Hier singt übrigens zum ersten Mal Michael Popp, sonst für das historische Instrumentarium zuständig.

Der hohe musikalische Standard Qntals, der Anspruch an sich selbst, bleibt also gewahrt. Die Musiker haben für jede Gefühlslage etwas im Notenständer. Elegische Melodien, traumhafte Weisen, vertrackte Beats, tanzbare Rhythmen, mystische Texte. Sie haben die verschiedensten mittelalterlichen Instrumente. Und: Sie haben die wundervolle Stimme ihrer Sängerin Syrah.

Qntal sind auf „VIII – Nachtblume“ virtuos und eingängig, wuchtig und zerbrechlich, romantisch und ein bisschen von der Welt entrückt. Sie sind magische Traumfänger.

Das Album erscheint am 9. März 2018.

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