Ostsee Fähren Finnlines (Foto: Finnlines)

Was bedeutet Corona für die Fähren auf der Ostsee?

Hatte ich Anfang des Jahres noch das Reisen über die Ostsee mit einer Fähre angepriesen, macht nun die Coronakrise etwaige Planungen zunichte. Doch welche Fähren fahren noch von und nach Deutschland. Und was wird im Sommer sein?

Ostsee-Fähren in Zeiten von Corona

Die Lage ist von Reederei zu Reederei unterschiedlich und hängt von den Ländern und Häfen ab, zwischen denen die Schiffe verkehren. Die Unternehmen sehen sich in Zeiten von Corona in ersten Linie als Transport- und Versorgungs-Dienstleister, die ihren Teil dazu beitragen, das Waren weiterhin an ihr Ziel gelangen.

Für den Privatverkehr bedeutet das, dass alle Fährgesellschaften derzeit vor allem Menschen zurück in ihre Heimatländer zu bringen. Urlauber werden nicht befördert. Die Reedereien sind aber bestrebt, ihren Kunden bei Umbuchungen oder Stornierungen entgegenzukommen. Hat man bereits gebucht, wird man entsprechend informiert. Der Inhalt der Informationen hängt natürlich immer mit der aktuellen Entwicklung zusammen. Und die kann sich nun mal täglich ändern.

Finnlines

Finnlines zum Beispiel fährt weiter planmäßig zwischen Travemünde und Malmö sowie zwischen Travemünde und Helsinki. Bei der Einreise nach Finnland kommt es allerdings zu Einschränkungen. Ausländer dürfen mit Finnlines aus Finnland ausreisen. Alle Infos dazu gibt es hier.

DFDS

Auch die Route Kiel – Klaipeda von DFDS wird weiter betrieben. Aber ab dem 25. März werden nach den staatlichen Vorschriften Litauens alle Passagiere, mit Ausnahme von Fernkraftfahrern, bei der Ankunft im Hafen von Klaipėda 14 Tage von den Behörden in kommunalen Räumlichkeiten obligatorisch isoliert. Bars und Restaurants an Bord bleiben geschlossen. Es gibt jedoch Mahlzeiten zum Mitnehmen. Alle Infos hier.

Stenaline

Die schwedische Reederei hat den Passagierverkehr zwischen Schweden, Dänemark, Polen, Deutschland und Lettland deutlich eingeschränkt. Die Strecken Göteborg – Kiel und Rostock – Trelleborg werden laut Unternehmen noch nach normalem Fahrplan bedient. Passagiere dürften „eingeschränkt“ mitfahren, heißt es. Der Passagierverkehr von Sassnitz nach Trelleborg und Travemünde nach Liepaja (Lettland) ruht. Laut NDR droht 950 Stenaline-Mitarbeitern die Kündigung. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der Passagierbetrieb nicht vor der wichtigen Sommersaison normalisieren wird. Mehr Infos (nur auf Englisch).

Color Line

Die norwegische Reederei Color Line hat die Verbindung von Kiel nach Oslo schon am 14. März eingestellt. Die Regel gilt vorerst bis zum 13. April. Rund 2.000 Mitarbeiter wurden freigestellt. Der Gütertransport läuft weiter. Weitere Infos.

TT-Line

Alle Fähren von TT-Line verkehren trotz der Ausbreitung des Coronavirus planmäßig. Sauna, Casino und Kinderspielräume bleiben aber geschlossen. Am Essens-Buffet gibt es keine Selbsbedienung mehr. Die Speisen werden von Mitarbeitern aufgefüllt. Außerdem stellt TT-Line ausreichende Mittel zur Handdesinfektion in den Toiletten, öffentlichen Bereichen an Bord und den Terminals zur Verfügung, heißt es auf der Webseite.
Mehr Infos zu Routen.
Mehr Infos zur Hygiene an Bord.

Scandlines

Scandlines fährt weiterhin auf den Routen Puttgarden – Rødby und Rostock – Gedser. Zu beachten sind dabei die neuen Einreisebeschränkungen für die Einreise nach Dänemark und Deutschland. Die genaue Bestimmungen für Dänemark gibt es hier. Die Shops an Bord bleiben geschlossen. Getränke und einfache Mahlzeiten gibt es aber. Alle weiteren Infos hier.

Und wie weiter?

Ihr seht, die Situation der Reedereien und Verbindungen ist recht unterschiedlich. Wie die Lage im Sommer – zur Hauptreisezeit sein wird – ist derzeit völlig unklar. Das wichtigste zurzeit ist aber: Bleibt zuhaus! Bleibt gesund! Reisen können warten. Ich selber möchte im Sommer mit der Fähre von Kiel nach Klaipeda und von dort über die Kuhrische Nehrung, Kaliningrad, Masuren und die polnische Ostseeküste zurückreisen. Wahrscheinlich fällt die Tour ins Wasser. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben.

Und zu guter Letzt: Ein großes Dankeschön allen Seeleuten auf den Fähren der Ostsee und anderswo sowie den Angestellten der Reedereien! Auch ihr tragt zu unserer Versorgung in dieser bescheidenen Zeit bei. Lasst uns alle an die Regeln halten, solidarisch zeigen und gemeinsam die Coronakrise überwinden!

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Alle Informationen in diesem Artikel sind auf dem Stand vom 25. März 2020.

Autor: Lars Schmidt

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