The KVB "Only Now Forever"

The KVB „Only Now Forever“: Dunkel funkelnde Pop-Perlen

Das britische Duo The KVB erweitert auf „Only Now Forever“ seinen Klangkosmos um ein paar poppige Nuancen, ohne dabei den gewohnt geheimnisvollen Indie-Sound zu verwässern.

Fleißig sind sie ja: Kat Day und Nicholas Wood, die seit 2011 The KVB bilden. „Only Now Forever“ ist schon das fünfte Album. Dazu kommen etliche Singles und EPs. Stilistisch schwanken die beiden auf ihren Veröffentlichungen immer etwas zwischen eher elektronischen und eher gitarrenlastigen Alben. Dieses hier ist wieder etwas elektronischer ausgefallen.

Postpunk und Coldwave

Auf ihrem neuesten Werk erklingen wieder die bekannten atmosphärischen Electro-Klangteppiche über die eine dezente Gitarre schrammelt. Wie aus dem Off ertönt dazu der Gesang. Hall- und Echo-Effekte verleihen dem Ganzen den typischen KVB-Sound. Er ist treibend, dunkel und gewürzt mit einer Prise Retro-Stil. Ohne dabei angestaubt zu klingen. Tolle Melodien treffen auf große Portionen Melancholie und gipfeln in funkelnder Dunkelheit. Postpunk und Coldwave sind ganz deutlich die Einflüsse der Band.

The KVB flirten mit dem Pop

Die ganz finsteren Klanggewitter der früheren Produktionen mit ihren teils cineastischen Sounds sind dabei einem filigraneren Erscheinungsbild gewichen. Leichtfüßiger und beschwingter kommen die zehn Songs daher. „Only Now Forever“ ist damit poppiger als seine Vorgänger. Aber noch lange nicht Mainstream. Es ist vielmehr ein kleiner Flirt mit dem Pop. Und eine Weiterentwicklung. Die Parallelen zu The Jesus & Mary Chain, auf den Frühwerken von The KVB noch ganz klar als Influencer herauszuhören, erkennt man hier und da auch immer noch.

Für Freunde von The Cure, den Chameleons, Pink Turns Blue und ähnlichen Bands sowie dem New-Wave-Sound der achtziger Jahre sind diese Briten eine absolute Empfehlung. Mich haben The KVB mit ihrer betörenden Mixtur auf Anhieb gefesselt.

„Only Now Forever“ von The KVB ist am 12. Oktober 2018 erschienen.

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The Soft Kill: „Saviour“

 

Autor: Lars Schmidt

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