The Soft Moon Criminal

The Soft Moon „Criminal“: Schmerzhaft und abgründig

Achtung: Das Hören dieses Albums könnte Schmerzen und Angstzustände auslösen. Luis Vasquez, der Mann hinter The Soft Moon, taucht auf „Criminal“ in die Abgründe der menschlichen Seele ein.

Waren schon die Vorgänger dieses Werks nichts für zartbesaitete Schöngeister, so setzt der Amerikaner diesmal noch einen drauf. Größter Unterschied zu den über weite Strecken rein instrumentalen drei ersten Alben, ist auf Nummer vier der Gesang als prägendes Element. Und mit dem geht das Ein-Mann-Projekt auch dahin wo es wehtut.

„Criminal“ von The Soft Moon ist voll von abgründigen Klangwelten

Vasquez klagt, fleht, flüstert, schreit. Denn „Criminal“ ist eine musikalische Beichte. Darin verabeitet der Musiker seine durch Gewalt geprägte Kindheit in den Achtzigern. Es ist der Herz zerreißende Klang seines inneren Krieges mit sich selbst. Und eine Offenlegung seiner Gefühle voll schonungsloser Selbstreflexion. „The Soft Moon war ein Weg für mich, zu meiner Vergangenheit zurückzukehren, in der Hoffnung, mehr über mich selbst zu lernen“, sagt der Künstler über sich und seine Musik.

Ein musikalischer Spaziergang ist das Album also nicht. Es ist eine klaustrophobische Achterbahnfahrt durch abgründige Klangwelten. Ein Höllentrip, der die durchlittenen Qualen seines Protagonisten hörbar macht. Mit Tönen, die sich direkt ins Hirn fressen. Dunkel und kalt. Hämmernde Basslinien, treibende Beats und sägende Gitarren bohren sich eindringlich ins Gehör. Permanent brummt, wummert, zischt und dröhnt es gefährlich und angsteinflößend.

Postpunk-, Gothic-, EBM- und Industrial-Elemente verschmelzen bei The Soft Moon zu einem neuen, schwarzen Klangklumpen. Das erinnert mal an die frühen Killing Joke, hat ein bisschen was von Nine Inch Nails und taugt auf jeden Fall dazu, Marylin Manson einen Schrecken einzujagen.

„Criminal“ von The Soft Moon ist am 2. Februar 2018 erschienen.

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Autor: Lars Schmidt

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