Marokko Aït-Ben-Haddou

Rundreise Marokko: heute Strand, morgen Schnee, übermorgen Wüstensand

Am ersten Tag im Meer schwimmen, am zweiten in den Bergen einen Schneemann bauen und am dritten durch die Wüste wandern – in Marokko ist das möglich. Um den Zauber dieses Landes auf sich wirken zu lassen, sollte man sich aber Zeit lassen. Und wer wirklich Schnee sehen will, muss das bei seinen Reiseplanungen berücksichtigen.

„Mittelmeer– und Atlantikküste, Rif- und Atlasgebirge sowie die Ausläufer der Sahara – landschaftlich hat Marokko unheimlich viel zu bieten. Dazu kommen so faszinierende Städte wie Marrakesch, Tanger und Fès. Dreimal habe ich das Land im Nordwesten Afrikas zwischen 2008 und 2013 zusammen mit meinem Freund Amine besucht. Amine ist in Marokko aufgewachsen und ich kann ihm gar nicht dankbar genug dafür sein, wie er auf den drei Touren alles für uns regelte. Ich plante die Routen, Amine wickelte vor Ort alles ab. Und am Ende gab er zu, durch mich bislang noch unbekannte Ecken seines Heimatlandes gesehen zu haben.“

Für diesen Bericht für Nord bei Nordost habe ich die drei Reisen nach Marokko chronologisch zusammengefasst.

Casablanca

Ausgangspunkt für unsere Marokko-Reise ist Casablanca, die größte Stadt des Landes. Amine nimmt am Flughafen unseren Mietwagen entgegen. Dann gehts in die City, wo wir in ein Ibis-Hotel einchecken. Beides haben wir bereits in Deutschland gebucht. Nach dem Einchecken fahren wir raus an die Küste. Der Boulevard de la Corniche führt vom Hafen in südlicher Richtung zu den drei Stadtstränden. Dort essen wir etwas und besichtigen danach die imposante Hassan-II.-Moschee, deren Turm weithin sichtbar die Stadt und die Küste überragt.

Marokko: Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca.

Die Hassan-II.-Moschee in Casablanca.

Das 1993 fertiggestellte Bauwerk ist die drittgrößte Moschee weltweit und durch das 210 Meter hohe Minarett das höchste religiöse Bauwerk der Welt. 25.000 Menschen finden in dem Gebäude Platz – weitere 80.000 auf dem Vorplatz. Auch Nichtmuslime dürfen das Gotteshaus betreten und sich von der beeindruckenden Größe und Architektur faszinieren lassen.

Bevor es am nächsten Morgen von Casablanca gen Süden geht, bremsen wir an einem großen Supermarkt mit Alkoholabteilung. Da es in Marokkos Cafés, Restaurants und Hotels keine alkoholische Getränke gibt – abgesehen von ein paar Ausnahmen in den großen Städten und internationalen Hotelketten wie dem Ibis – versorgen wir uns dort mit einer Kiste Bier. Dann aber los.

Unser Tipp: Etwas mehr Zeit einplanen und statt der schnelleren N1 die Küstenstraße (R320 bis El Jadida, dann R301 bis Essaouira) nehmen. Die muss man sich zwar mit überladenen Lastern, Eselskarren sowie Moped- und Radfahrern teilen. Dafür wird sie von herrlichen Stränden gesäumt und bietet immer wieder fantastische Blicke auf den Atlantik.

Essaouira

In El Jadida und Safi legen wir jeweils einen Übernachtungsstopp ein, gehen an den Strand, schwimmen im Atlantik. Das eigentliche Ziel heißt Essaouira – ein wahres Juwel unter den Städten Marokkos. Mit seinem Hafen, den Festungsmauern und den verwinkelten Gassen der Medina (Altstadt) versprüht der Ort eine ganz eigene Magie. Nicht von ungefähr war Essaouira einst ein Mekka der Hippie-Bewegung und ist bis heute ein Magnet für Künstler aus aller Welt. Wir parken den Mietwagen am Rande der Medina und machen uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt hinein. In einem kleinen, schicken Riad – das ist ein traditionelles marokkanisches Haus mit einem Innenhof oder Garten – bucht Amine ein Zimmer. Dann erkunden wir Essaouira. Wir gehen raus zum quirligen Hafen, klettern auf die vom Meer umtoste Stadtmauer und tauchen von dort in Altstadt mit ihren Souks (Märkten) ein. Wir kaufen frische Oliven, getrocknete Datteln und Feigen.

Unser Tipp: Unbedingt ein paar Häppchen an einem der Grillstände am Hafen probieren. Fisch und Meeresfrüchte werden vor den Augen der Kundschaft frisch zubereitet.

Marrakesch – Marokkos Herz

Marrakesch, Marokko

Der Djemaa el Fna in Marrakesch in der Abenddämmerung.

Den Atlantik im Rückspiegel geht es landeinwärts nach Marrakesch. Für viele die marokkanische Metropole schlechthin. Und fürwahr. Schon am Tag bestimmen Ströme von Touristen das Bild der Millionenstadt, deren Zentrum der Djemaa el-Fna, der Platz der Toten, ist. Früher die Hinrichtungsstätte, ist der große Platz heute das pulsierende Herz der Stadt. So richtig zu leben beginnt der Djemaa el-Fna aber am Abend, wenn die Dämmerung beginnt und die Betreiber der Freiluft-Restaurants ihre Grills anheizen. Dann wird die optische und akustische Verführung um die der Düfte noch bereichert. Schlangenbeschwörer, Henna-Tätowierer, Geschichtenerzähler sowie Händler, Gaukler und Musiker aller Art bestimmen den Rhythmus. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen und hingehen soll. Doch genau das ist der Plan im Zentrum Marrakeschs – keinen zu haben. Sich treiben lassen, vor knatternden Mofas und ratternden Eselskarren zurückschrecken, im Labyrinth der überdachten Souks die Orientierung verlieren. Und genauso machen wir es auch.

Danach essen wir in einem der Freiluft-Restaurants gegrillte Hähnchenspieße mit Oliven und frischem Tomatensalat. Trinken anschließend in einem Café am Rande des Marktes einen Espresso. Und lassen den Tag bei einem zimmerwarmen Bier aus unserem Vorrat in unserer Herberge in einer Seitenstraße des Djemaa el-Fna ausklingen. Kühlschrank? Minibar? Klimaanlage? Fehlanzeige. Das Zimmer hat nichts weiter als zwei klapprige Betten und kostet fünf Euro die Nacht. Aber dafür sind wir mittendrin im Trubel der nie zu schlafen scheinenden Metropole Marrakesch. Denn kaum ist draußen der Lärm des Djemaa el-Fnas und der knatternden Mopeds verstummt, ruft auch schon der Muezzin der nahegelegenen Moschee zum Frühgebet.

Durch den Hohen Atlas

Marokko, Hoher Atlas, Schnee

Ein Schneemann in Afrika.

Die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas sind von Marrakesch schon zu sehen. Sie sind unser nächstes Ziel. Auf der Fahrt durch das Gebirge kann man die weiße Pracht mit etwas Glück hautnah erleben. Auf den Gipfeln – darunter der Jebel Toubkal, mit 4167 Metern Nordafrikas höchster Berg – kann von Oktober bis in den Mai Schnee liegen. Die Nationalstraße 9, die sich am Tizi n’Tichka-Pass auf 2260 Meter Höhe schlängelt, ist daher im Winter nach Schneefällen oft gesperrt. Bei unserem Besuch im März liegen jenseits der Straße an schattigen Plätzen noch Reste davon. Genug, um einen kleinen Schneemann zu bauen und sich ein paar Schneebälle um die Ohren zu werfen.

Auf der Fahrt den Atlas hinunter machen wir einen Abstecher nach Ait Benhaddou. Die trutzige, zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Kasbah aus dem 11. Jahrhundert mit ihrem rotleuchtenden Lehmwänden diente schon in vielen Hollywood-Filmen als Kulisse. Wir übernachten in Ouarzazate, der letzten größeren Stadt diesseits des Gebirges, und schlagen tags drauf den Weg nach Südosten durch das malerische Drâa-Tal mit seinen Palmen bis nach Zagora ein. Seine üppige Vegetation verdankt das Tal dem Wadi-Drâa – einem Fluss, der aus dem Atlas kommt. Aber nur bis Zagora führt er regelmäßig Wasser. Dahinter trocknet er die meiste Zeit des Jahres aus. „52 Tage bis Timbuktu“ steht auf einem Schild, das eine Karawane in der Wüste zeigt.

Unser Tipp: Wenn ihr in Zagora seid, übernachtet in der Kasbah Ziwana. Das ist ein malerisches Riad in einer äußerlich etwas schäbig aussehen Kasbah etwa fünf Kilometer nördlich von Zagora direkt an der Hauptstraße. Wir hatten ein Zimmer neben der Dachterasse, von wo man einen herrlichen Blick über die Kasbah und die Palmen in Drâa-Tal haben. Eine absolute Empfehlung!

Dadès- und Todra-Schlucht

Marokko, Dades-Schlucht

Marokkanisch-deutsche-Freundschaft vor den Serpentinen der Dadès-Schlucht.

Von Zagora geht es wieder zurück Richtung Ouarzazate und dann auf die N10 nach Nordosten, die auch „Straße der tausend Kasbahs“ genannt wird. Auf ihr, zwischen Hohem Atlas zur einen und dem Gebirge Jebel Sarhro zur anderen, zeigt sich die Landschaft überwiegend von einer außergewöhnlich schönen Kargheit. Nur wo Flüsse das Wasser aus dem Atlas Richtung Wüste transportieren, säumt ein grünes Band aus Palmen den Weg. Zwei Schluchten, die des Dadès und des Todra, faszinieren uns mit spektakulären Felsformationen. So windet sich die Straße durch die schmale Schlucht des Dadès in engen Haarnadelkurven.

Die Todra-Schlucht nördlich von Tinghir dagegen markiert an ihrer schmalsten Stelle den Durchbruch zwischen zwei Felsen, die sich über einem zu berühren scheinen. Hier steigen wir für die Nacht in der Herberge von Mohammed ab. Sie heißt Hotel Azul und außer Paul, einem Briten, sind wir die einzigen Gäste.

Paul kommt jeden Winter für ein paar Wochen hierher und unternimmt Wanderungen durch das Atlas-Gebirge. Wie sich herausstellt, ist er ein ehemalige Offizier der britischen Armee und war viele Jahre in Deutschland stationiert. Er freut sich, dass wir Bier dabei haben und weil Mohammed außer uns keine weiteren Gäste zu bewirten hat, setzt er sich beim Abendessen mit einer Kanne frisch gebrühtem Minztee zu uns. Es wird ein lustiger Abend.

Unser Tipp: Das Hotel Azul ist einfach aber preiswert und daher absolut empfehlenswert. Für Camper gibt es schräg gegenüber einen Campingplatz. Und auf der anderen Seite der Todra-Schlucht kann man eine verlassene Kasbah erkunden, die vor einigen Jahren von ihren Bewohnern aufgegeben wurde und deren Lehmbauten seitdem langsam verfallen.

In die Sahara

Weiter in Richtung Erfoud wird die Gegend immer mehr zur Wüste. Kleinere Sanddünen reichen bis an die Straße heran. Kamele stehen am Straßenrand. Wir nehmen die Straße Richtung algerischer Grenze – nach Merzouga. Der Ort liegt direkt zu Füßen der Sanddünen des Erg Chebbi. Sie sind bis zu 150 Meter hoch und vermitteln einen atemberaubenden Eindruck von der wahren Größe der Sahara, die sich von hier aus rund 5000 Kilometer nach Osten bis zum Roten Meer erstreckt. Mohammed hatte uns beim Abschied noch einen Übernachtungstipp mit auf den Weg gegeben. Als Amine sich vor Ort danach erkundigt, weiß man schon Bescheid. Unser Gastgeber des Vorabends hat uns telefonisch angekündigt. So checken wir in der Auberge les Pyramides ein – direkt am Rande der Sahara. Sogar ein paar Wohnmobilstellplätze gibt es hier.

Marokko, Sahara, Wüste

Sanddünen der Sahara bei Merzouga.

Nach dem Check-in gehen wir in die Wüste. Wir stapfen durch den Sand und die Dünen, die je nach Sonneneinfall zwischen Hellgelb und Rostrot aussehen. Ab und zu quält sich ein Skarabäus durch den lockeren Wüstensand. Am Abend zieht ein Sturm auf. Es pfeift und heult ums Haus. Sand weht durch Ritzen unter den Türen ins Gebäude. Am Morgen danach zeugen auf dem Wohnmobilplatz und rund ums Hotel Sandverwehungen von der nächtlichen Naturgewalt.

Nach Strand, Schnee und Wüste überrascht uns Marokko als nächstes mit einem Wald– und Seengebiet. Von den Sanddünen der Sahara immer der N13 nach Norden folgend, geht der Hohe Atlas in den Mittleren Atlas über. Rund um die alte Berberstadt Azrou gibt es auf etwas mehr als eintausend Höhenmetern zahlreiche Seen, Wasserfälle sowie Mischwälder aus Steineichen und Zedern in denen Berberaffen leben. Von hier aus ist es nicht mehr weit zu den beiden berühmten Königsstädten Fès und Meknès.

Fès

Fès, die älteste marokkanische Königsstadt, ist bekannt für seine Medina aus dem 9. Jahrhundert und die vielen Gerbereien. In den Straßen der Medina kann man das Flair vergangenen Epochen spüren. Traditionelle Handwerker arbeiten noch wie vor hunderten von Jahren. Und durch die engen und verwinkelten Gassen fährt kein Auto. Die Waren werden mit Eselskarren transportiert. Wie in Marrakesch ist es auch in Fès am besten, sich einfach ins Getümmel zu stürzen und sich treiben zu lassen. So sieht man ganz automatisch die vielen Souks, die von Lederwaren über Gemüse und Teppichen alles anbieten, was in und außerhalb der Stadt produziert wird. Natürlich lassen auch wir uns für ein kleines Trinkgeld eine der vielen Gerbereien zeigen und schauen vom Dach eines Hauses auf den Hof mit den vielen verschiedenen Bottichen. Es riecht nicht so streng wie befürchtet und man drängt uns auch keine Lederwaren aus eigener Herstellung auf, wie man es in vielen Reiseberichten liest.

Auf halben Weg zwischen Fès und Meknès statten wir den Ruinen von Volubilis einen Besuch ab. Sie sind die stillen Zeugen aus einer Zeit, als dieser Teil Nordafrikas zum römischen Imperium gehörte und zählen heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Danach wenden wir uns nach Norden und fahren an den Ausläufern des Rif-Gebirges vorbei an die nördlichste Spitze Marokkos. Unterwegs halten wir in Chefchaouen, mit seinen blaugetünchten Häusern, bevor uns Tétouan mit südspanischem Flair empfängt. Die Stadt war bis 1956 in spanischem Besitz, wovon herrliche Kolonialbauten im neomaurischen Stil zeugen. Nur rund zehn Kilometer entfernt liegen direkt am Mittelmeer die beiden Örtchen Cabo Negro und M’Diq mit schönen Stränden und gediegenen Ferienanlagen.

Tanger

Marokko, Tanger, Cap Spartel

Bei Tanger liegt das Cap Spartel, Afrikas nordwestlichster Zipfel.

Noch europäischer als Tétouan wirkt Tanger. Die Stadt an der Straße von Gibraltar war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen. Von 1923 bis 1956 stand sie unter internationaler Verwaltung. Schriftsteller wie Paul Bowles, Tennessee Williams oder William S. Burroughs wirkten hier. Lange Zeit vernachlässigt, erlebt Tanger seit einigen Jahren einen wahren Boom, seitdem König Mohammed VI. die Entwicklung von Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus fördert. Entlang der breiten Uferpromenade bilden die Glasfassaden moderner Hochhäuser einen spannenden Kontrast zu Bauten aus der Kolonialzeit. Dahinter erstreckt sich die Medina mit ihren schmalen Gassen. Von der Terasse des Paresseux (Faulenzerterasse) hat man einen prächtigen Blick auf den Hafen und bei guter Sicht sogar bis nach Europa. Hier, vor der Kulisse grandioser Riviera-Architektur aus den 1930er Jahren, wo sich Bars und Restaurants aneinanderreihen, trifft sich die Jugend der Stadt.

Knapp 15 Kilometer von Tanger entfernt, endet unsere Reise durch Marokko. Am Cap Spartel, dem nordwestlichsten Punkt Afrikas, schauen wir wieder auf jenen Ozean, an dem rund 350 Kilometer weiter südlich unsere Rundfahrt begann.

Weitere Informationen für Marokko:

Anreise mit dem Flieger: Mehrere Airlines (u.a. Lufthansa, Air Maroc, Ryanair) bieten Flüge von Deutschland nach Casablanca, Marrakesch, Fès oder Tanger.

Anreise mit dem Auto / Wohnmobil: Da Marokko speziell bei Wohnmobiltouristen immer beliebter wird, auch dazu ein paar Tipps. Die meisten und schnellsten Fährverbindungen gehen von den spanischen Häfen Algeciras und Tarifa nach Tanger. Sie fahren mehrmals täglich und dauern 1 bis 1,5 Stunden. Einen Überblick bietet z.B. faehren.de. Eine Übersicht über Wohnmobilstellplätze gibt es hier.

Transport in Marokko: Eine gut ausgebaute Eisenbahnlinie verbindet die großen Städte des Landes. Auf der Strecke Oujda, Fès, Casablanca, Marrakesch verkehrt ein Schnellzug. Wir sind auf einer unserer Reisen selbst von Casablanca nach Marrakesch gefahren und können das nur weiter empfehlen. Drei Stunden und 20 Minuten braucht der Zug, schneller ist man mit dem Auto auch nicht. Die Wagen sind bequem und sauber. Und es ist billig. Die Fahrt in der 1. Klasse kostet 14 Euro. Auskunft gibt die marokkanische Bahngesellschaft. Die Überlandbusse sind dagegen nicht zu empfehlen. Überfüllt, unsicher und Touristen wird gerne mal ein zu hoher Fahrpreis abgeknöpft.

Taxis, Meknes, Marokko

Ein Taxistand mit Grand Taxis in Meknès.

Taxis: In den Städten haben die Taxis (petit taxi) Taxameter und müssen diese eigentlich auch benutzen. Doch werden ortsunkundige Touristen dann gerne mal auf Umwegen zum Ziel gefahren, um den Fahrpreis zu erhöhen. Also lieber einen Festpreis aushandeln, bei einer Kurzstrecke z.B. 10 Dirham (1 Euro). Bei Taxifahrten über Land (grand taxi) sollte man wissen, dass die Taxen erst los fahren, wenn alle Plätze besetzt sind, weil der Chauffeur pro Fahrgast verdient. Und das sind fünf Passagiere. Denn in den alten Mercedes- oder Peugeot-Taxen nehmen neben dem Fahrer zwei Personen Platz. Will man nicht warten bis das Auto voll ist oder hat keine Lust auf Kuscheln mit dem Sitznachbarn, muss man für die frei bleibenden Plätze mitbezahlen. Die Preise richten sich nach der Entfernung. z.B. von Marrakesch nach Essaouira ungefähr 107 Dirham (rund 10 Euro). Wenn man bedenkt, dass das knapp 200 Kilometer sind, ist das ein echtes Schnäppchen. Den Überlandbussen ist diese Beförderungsart unbedingt vorzuziehen.

Mietwagen: Am besten von Deutschland reservieren. Alle großen Autoverleiher haben an den Flughäfen in Marokko ihre Depandencen.

Beste Reisezeit: September bis November, März bis Mai

Unterkunft: In den größeren Städten empfiehlt es sich vorher zu reservieren, weil man dadurch vor Ort viel Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Hotel spart. Wenn man sich an einem Ort spontan für eine Übernachtung entscheidet, lässt man sich in kleineren Herbergen am besten die Zimmer zeigen und kann dann den Preis verhandeln. Der kann bei zehn Euro für eine ganz einfache Unterkunft liegen. Will man auf europäischen Standard nicht verzichten, aber nicht viel ausgeben, empfehlen wir ein Ibis Hotel. 30 bis 40 Euro sollte man da einkalkulieren. Neuerdings etablieren sich immer mehr Airbnb-Unterkünfte. Da die marokkanischen Vermieter keine schlechten Bewertungen riskieren wollen, sind diese Gästewohnungen stets sauber und komfortabel und daher absolut empfehlenswert.

Essen und Trinken: Unabgekochtes Wasser (etwa im Café zum Mokka) besser meiden. Stattdessen Wasser aus der Flasche bestellen. Wie in allen Ländern Afrikas gilt auch in Marokko bei Obst und Gemüse die Regel: cook it, peel it or leave it (koch es, schäl es oder lass es die Finger davon). Unbedingt probieren: Oliven direkt vom Markt – ob Natur oder in Öl, Kräuter und Gewürzen eingelegt. Außerdem frischen Minztee und Gerichte aus der Tajine – einem Schmorgefäß aus Lehm – in dem zum Beispiel Kartoffeln, Gemüse und Fleisch zusammen gegart werden.

Sicherheit: Marokko ist für Touristen sicher. Auf ein paar Dinge sollte man dennoch achten. Wie überall auf der Welt gilt, beim Stadtbummel keine unnötigen Wertsachen mit sich führen. Sich nicht auf Einheimische einlassen, die einem etwas aufdrängen wollen. In solchen Fällen höflich aber bestimmt klar machen, dass man kein Interesse hat.

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Autor: Lars Schmidt

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