KILLING JOKE – Hosannas From The Basement Of Hell

Den Tausendsassas der harten und dunklen Rockmusik ist im 27. Jahr ihres Bestehens erneut ein ganz großes Album gelungen. Wuchtig, hypnotisch und ungeheuer treibend, ziehen Killing Joke den Zuhörer in ihr Universum. Die Truppe lärmt gleich mit dem ersten Takt los und jagt mit schwindelerregendem Tempo durch die Songs. Sänger Jaz Coleman röhrt sich die Seele aus dem Leib. Seine Kollegen an Bass, Gitarre und Drums geben nicht minder ihr Bestes. Ein derartig schnelles und perfektes Zusammenspiel dieser Instrumente hat man selten gehört. Dazu wabern dichte Wolken aus atmosphärisch klingenden Synties über der Szenerie. Verschnaufpausen gibt es kaum. Denn selbst wenn das Quartett die Geschwindigkeit einen Titel lang leicht drosselt, sorgen stattdessen vertrackte und orientalisch anmutende Trommeln sowie abgehackte Gitarrenriffs für Spannung. Kaum Luft geholt, geht aber schon wieder die Post ab. Es ist wirklich Wahnsinn, welche Energie in diesem Album steckt. Man fühlt sich an die Stammesriten archaischer Völker erinnert, wenn Killing Joke ihre Songs anstimmen. Einem geheimnisvollen Zeremonienmeister gleich, beschwört Coleman seine Anhänger zum Takt der extatisch schlagenden Trommeln. Sich dem zu entziehen, ist bei all den angelegten Hypnosefesseln nicht ganz einfach. Hat man es dennoch geschafft, merkt man aber auch, dass Killing Joke den Songs am Ende des Albums kaum noch neue Impulse verleihen können. Die Güte ihrer brachial-genialen Anfangsnummern ist jedoch so hoch, dass das der Größe dieser Platte keinen Abbruch tut.

Label: edel
VÖ: 31.03.2006

Autor: Lars Schmidt

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