Siddharta

SIDDHARTA: „Wir haben großen Respekt vor Laibach“

Mit ihrem Album „Rh“ konnte die slowenische Band Siddharta 2005 Fans und Musikpresse in Deutschland begeistern. Grund genug, der Band, die in ihrer Heimat längst zu den Top-Acts gehört und zurzeit an einem neuen Album arbeitet, ein paar Fragen zu stellen. Bassist Jani nahm sich dafür Zeit und ließ seine Kollegen so lange allein weiter arbeiten.

Nord bei Nordost: „Rh“ ist eure erste Platte, die in Deutschland erschien. Wie war das Feedback in der Presse und ward ihr mit den Verkaufszahlen zufrieden?

Jani: Soweit wir wissen, waren besonders die Reaktionen einiger Rock- und Metalmagazine überwiegend positiv. Die Platte hätte sich aber noch viel besser verkaufen können, wenn man sie stärker promotet hätte und wir mehr live aufgetreten wären.

Nord bei Nordost: Ihr habt 2005 auch ein paar Konzerte in Deutschland gegeben. Welche Erwartungen hatte ihr vor der Tour und wie habt ihr die Auftritte erlebt?

Jani: Wir hatten jede Menge Spaß auf der kleinen Clubtour letztes Jahr. Irgendwie war es wie ein Neuanfang für die Band, weil die meisten Leute, die auf den Konzerten waren, uns zum ersten Mal gehört und gesehen haben. Wir mussten also wirklich hart arbeiten, um sie zu begeistern. Innerhalb von zehn Tagen spielten wir neun Gigs in ganz Deutschland. Und wir freuen uns schon, das Ganze zu wiederholen.

Nord bei Nordost: In Slowenien sind Siddharta Superstars, sahnt alle Preise ab, spielt in ausverkauften Arenen. Habt ihr dort alles erreicht? Wird Slowenien zu klein für euch?

Jani: Wir versuchen immer, unsere Songs, Platten und Liveshows zu verbessern. Wir möchten mit unserer Musik so viele Leute wie möglich erreichen – daheim und im Ausland.

Nord bei Nordost: Wie würdet ihr die slowenische Musikszene beschreiben? Ist sie sehr individuell oder orientiert sie sich an internationalen Trends?

Jani: Es gibt einige slowenische Acts, die sich in den vergangenen Jahren international einige Anerkennung erspielt haben, beispielsweise Laibach, Umek und Psyho-path, um nur einige zu nennen. Aber da sind natürlich noch viele andere, die gern den internationalen Durchbruch schaffen möchten.

Nord bei Nordost: Laibach, Sloweniens wohl bekannteste Band im Ausland, hat euren Song „B Machina“ auf ihrem Album „WAT“ gecovert. Hat das für euch eine besondere Bedeutung?

Jani: Wir haben sehr großen Respekt vor dem, was Laibach als Band bzw. Künstlerkollektiv geleistet haben. Wir waren sehr geschmeichelt , als sie ihre Version von „B Mashina“ auf „WAT“ veröffentlicht haben. Die erste Fassung des Songs ist auch auf unserem Album „Silikon Delta“ von 2002. Die Platte enthält Remixe unterschiedlicher Electro-Produzenten, DJs und anderer Künstler wie eben Laibach, Umek u.a.

Nord bei Nordost: Stichwort Coverversionen: Ihr habt Kraftwerks „The Robots“ für die Compilation „Trans Slovenia Express 2“ gecovert. Warum habt ihr an dem Projekt teilgenommen und warum habt ihr diesen Titel gewählt?

Jani: Als wir an den Aufnahmen zu „Rh“ arbeiteten, hat man uns gebeten, ein Kraftwerk-Stück zu covern. Wir dachten gleich an „The Robots“ und dabei ist es auch geblieben. Das war der Kraftwerk-Song, den die meisten von uns am besten kannten, so dass dieser Titel am naheliegendsten war.

Nord bei Nordost: Welche deutschen Bands sind in Slowenien populär?

Jani: Rammstein, Kraftwerk, Guano Apes…

Nord bei Nordost: Eure Songs sind sehr vielseitig. Woher kommen die Einflüsse und Inspirationen dafür?

Jani: Wie du richtig festgestellt hast, sind unsere Songs stilistisch sehr unterschiedlich. Der Grund: Sechs verschiedene Persönlichkeiten mit sechs verschiedenen Musikgeschmäckern. Unsere Musik ist so etwas wie der Schmelztigel all dieser Einflüsse.

Nord bei Nordost: Siddharta sind gerade im Studio. Wann gibt es ein neues Album und wann findet die nächste Tour statt?

Jani: Das Album wird noch im Frühjahr in Slowenien erscheinen und im Laufe des Jahres dann wahrscheinlich auch in anderen Ländern. In Slowenien werden wir im Herbst auf Tour gehen. Wann wir im Ausland spielen werden, ist noch unklar.

Nord bei Nordost: Verratet ihr schon etwas über die neuen Songs? Was erwartet die Fans?

Jani: Ich würde sagen, dass die starken Melodien nach wie vor die wichtigste Rolle spielen. Bei den neuen Stücken werden die Arrangements aber mehr an unseren Wurzeln orientiert sein, ohne die größere Instrumentierung wie wir sie auf „Rh“ hatten. Wir sind dieses Mal stärker auf der Suche nach rauen, fiesen Sounds.

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CD-Kritik „Rh“

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Autor: Lars Schmidt

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